Blog - Blogparaden - Bloggen

Als ich vor vielen Jahren mit dem Bloggen begann, hatte ich ja so überhaupt keine Ahnung. Ich setzte meinen ersten Blog auf und tippte los und irgendwann stellte ich fest, dass es da noch deutlich mehr gibt. Klar, viele Blogs kannte ich. Aber die Welt, die sich aus all diesen Blogs zusammensetzte, begann ich erst nach und nach zu erfassen und zu begreifen. Da sprach man über SEO und Verlinkungen, man sprach über Marketing und Blogparaden. Und schon bald führte mich dieses Hobby auf einen Pfad, auf dem ich mehr über all das lernen wollte, was noch zum Bloggen gehört. Und, ja, natürlich beteiligte ich mich auch an Blogparaden.

Was ist eine Blogparade?

Da Blogparaden ein gefühlt aussterbendes Format sind, möchte ich zunächst kurz erklären, was es damit auf sich hat – denn ich wusste anfangs auch nicht so recht, was ich mir darunter vorstellen konnte. Bei einer Blogparade schreibt ein Blogger ein Thema aus. Das geschieht oft in Form eines längeren Blogbeitrags, bei dem sich dieser Blogger bereits zu einem Thema äußert und dann bestimmte Fragen oder mindestens eine große Frage in den Raum stellt.

In eben jenem Blogpost findet sich dann ein Zeitraum, in dem andere Blogger die Gelegenheit haben, sich an der Blogparade zu beteiligen. Sie widmen sich auf ihrem eigenen Blog ebenfalls in einem Artikel dem Thema, das der die Blogparade startende Autor genannt hat. Anschließend lassen sie den Blogger – meist in einem Kommentar unter der Ausschreibung – wissen, dass sie sich an der Blogparade beteiligt haben und verlinken auf ihren Artikel.

Nicht immer aber oft fasst der ausschreibende Blogger nach Ablauf der Blogparade die im Zuge seiner Blogparade verfassten Beiträge kurz zusammen und verlinkt auf die einzelnen Blogs, die sich an seiner Parade beteiligt haben.

Doch wo sind sie denn alle hin … die Blogparaden?

Vor Jahren dienten Blogparade noch hauptsächlich dem Zweck, Backlinks zu sammeln, die für Google so wichtig sind. Doch Google entwickelte sich weiter und obwohl Backlinks nicht völlig in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht sind, spielen gerade solche Backlinks, wie sie aus Blogparaden hervorgehen, keine ganz so große Rolle mehr, denn Google erkennt, dass sich die Blogs gegenseitig verlinken und stuft dies nicht mehr zwangsläufig höher ein. Kurzum: Ein „echter“ Backlink, wenn man so möchte, sieht heutzutage eben anders aus. Inzwischen sind Blogparade kaum mehr zu finden – und die, die es gibt, haben sich teilweise stark verändert.

In eben einer solchen Blogparade nimmt sich René Pöpperl von Port80 des Themas an und möchte wissen, was mit den Blogparaden passiert ist. Ein Thema, mit dem ich mich in diesem Beitrag ebenfalls beschäftigen möchte.

Die Blogparaden von einst sind Geschichte, weil …

Klar, ich tat mir schon immer schwer damit, Blogparaden zu finden, die zu meinen Themengebieten passten. Anfangs schrieb ich vor allem im Bereich Film & TV – und allein da war es schon schwer, Blogparaden zu finden. Mit Schwerpunkt Science Fiction ohnehin. Wenn es sich jedoch ergab, war ich gerne dabei. Dabei ging es mir nicht nur um Backlinks, sondern auch darum, sich zu vernetzen und die Sichtweisen anderer kennenzulernen und sich auszutauschen.

Weshalb die Blogparaden von einst nahezu ausgestorben sind, dazu haben meiner Ansicht nach mehrere Faktoren beigetragen. Dabei handelt es sich um Beobachtungen meinerseits und ich bin gespannt, ob ihr ähnliche Beobachtungen gemacht habt – oder vielleicht sogar gegenteilige?! Sehen wir sie uns an!

… viele Blogs in die sozialen Netzwerke abgewandert sind

Für mich persönlich war und ist der typische Blog einer, der auf einer Website betrieben wird oder eben über eine entsprechende Blogplattform. Blogs auf Facebook und Instagram mögen durchaus ihre Existenzberechtigung haben – gerade auf Facebook geht das Bloggen noch eher – doch für mich waren das nie so die typischen Blogs und vor allem scherten sie auch aus den typischen Blog-Regeln aus.

… Blogparaden an Bedeutung verloren haben

Wie weiter oben schon erwähnt, haben Blogparaden in Sachen Backlinks teilweise ihre Bedeutung verloren. Deshalb sehen viele keine Notwendigkeit mehr darin, sich die Mühe für einen solchen Backlink mit oftmals recht wenig Relevanz zu machen.

… Inhalte immer Geld generieren müssen

Seit längerem habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass Inhalte stets Geld generieren müssen. Klar, sollten Inhalte durchaus einen Zweck erfüllen, aber nicht immer zeichnet sich der finanziell direkt ab. Der Zweck eines Artikels kann auch darin liegen, meinen Expertenstatus zu festigen, mich zu vernetzen oder schlichtweg auf mich und mein Angebot aufmerksam zu machen. Das führt nicht direkt zu mehr Einnahmen, langfristig aber durchaus schon.

… viele zu Eigenbrödlern wurden

Auch diesen Eindruck habe ich seit geraumer Zeit immer mehr. Viele arbeiten nur noch vor sich hin und ziehen ihr Ding durch. Das Miteinander bleibt auf der Strecke. Der Austausch fällt jedenfalls immer schwerer und das finde ich bedauerlich.

Bock auf Blogparade

Wo ich mich aktuell nach neuen Blogparaden umschaue, lässt sich pauschal gar nicht beantworten. Früher gab es hierfür Seiten, auf denen die Leute ihre Blogparaden eintragen konnten – oder die Seitenbetreiber selbst haben sie gesammelt und eingetragen. Inzwischen wurden die meisten dieser Seiten eingestellt oder sie sind seit 1 oder 2 Jahren derart verstaubt, dass sich dort niemand mehr hin verirrt.

Gelegentlich wird mir in den sozialen Netzwerken eine Blogparade in die Timeline geschwemmt – wie eben diese hier. Doch um ehrlich zu sein, wünschte ich mir, dies würde wieder häufiger geschehen. Viel häufiger.

Wie sind eure Erfahrungen mit Blogparaden? Habt ihr früher mitgemacht und ist euch der Wandel auch aufgefallen? Habt ihr vielleicht völlig andere Erfahrungen als ich gemacht? Oder sind Aktionen wie diese ohnehin nichts für euch? Lasst es mich gerne wissen und schaut natürlich auch unbedingt beim Initiator dieser Blogparade vorbei, wo ihr weitere Erfahrungen zum Thema findet.

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