Neuanschaffungen für Übersetzer, Texter, Redakteure 2021 für 2022
  • 17. Januar 2022
  • Nicole Saelzle
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Zu Beginn meiner Selbstständigkeit musste ich mich oft mit der Frage auseinandersetzen, ob sich eine bestimmte Anschaffung für mich lohnt oder ob ich meinen Berufsalltag auch ohne diese meistern könnte. Das Jahr 2021 war für mich mit einigen beruflichen Anschaffungen und Neuanschaffungen verbunden, die ich nun etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte, auch, um Einsteigern zu zeigen, welche Investitionen sich für die selbstständige Tätigkeit im Home Office wirklich lohnen und welche nur eine nette Spielerei sind. Mit diesem Artikel möchte ich dir eine kleine Hilfestellung anbieten, für die ich zu meiner Anfangszeit sehr froh gewesen wäre.

Der Schwabe in mir

Meinen schwäbischen Genen ist es geschuldet, dass sich sehr an meinem Geld hänge und Investitionen meist nicht nur doppelt und dreifach über denke, bevor ich sie tätige. Entsprechend bedacht gehe ich vor, wenn eine neue Anschaffung ansteht und ich bin stets sehr, sehr wählerisch. Bis heute habe ich deshalb zum Beispiel kein CAT-Tool, da es sich für mich aufgrund meiner bisherigen Kunden und Aufträge schlichtweg nicht lohnte. Für mich lohnen sich hingegen Tools, bei denen andere Übersetzer oder Texter nur die Stirn runzeln. Das zeigt mal wieder, wie vielfältig und vielseitig die Selbständigkeit innerhalb einer Branche sein kann.

Ein neuer Schreibtisch für den Übersetzer

Diese Anschaffung fiel mir nicht leicht. Bisher arbeitete ich aus dem Home Office stets an dem Schreibtisch, der mich seit frühester Jugend begleitet und an dem ich einst schon meine Hausaufgaben erledigte. Mit einer Tischplatte mit den Maßen 120 x 80 cm ist er nicht gerade klein, manchmal merkt man dann aber schon, dass der Platz ausgeht und eine modernere Alternative für den Arbeitsalltag ganz nett wäre. Einen neuen Schreibtisch hatte ich für das Jahr 2021 dennoch nicht eingeplant. Als ich feststellen musste, dass das Tischbein abbricht, musste ich mich allerdings eher mit dem aktuellen Schreibtischmarkt vertraut machen als mir lieb war.

Mein Schreibtisch trudelte vor wenigen Tagen ein und in Kürze werde ich meine ersten Erfahrungen mit dir teilen. Bis dahin kannst du dir ansehen, auf was ich bei der Auswahl eines neuen Schreibtisches besonders viel Wert legte und weshalb ich mich am Ende für das Modell entschieden habe, das es werden sollte.

Ein neuer Bürostühl für des Übersetzers Hinterteil

Ein neuer Schreibtisch war nicht eingeplant gewesen, dagegen wusste ich, dass mir das Jahr 2021 einen neuen Bürostuhl einbringen sollte. Meinen Bürostuhl hatte ich einst notgedrungen gekauft, weil mir der Vorgänger quasi unter dem Hintern weggebrochen war. Da war nichts mehr zu machen gewesen. Leider stellte sich der Ersatz als nicht besonders komfortabel und praktisch heraus. Nach kürzester Zeit war die Sitzfläche abgewetzt, das Polster durchgesessen und ohne ergonomisches Sitzkissen war es mir nicht mehr möglich, beschwerdefrei den ganzen Tag über durchzuhalten. Selbst mit Sitzkissen war der Tag manchmal eine Herausforderung. In den vergangenen Jahren erfuhr ich jedenfalls am eigenen Leib, was es bedeutete, einen vom Büroalltag geschädigten Rücken zu haben. Ein Umstieg musste also erfolgen.

Als es dann an der Zeit war, einen Bürostuhl zu kaufen, lag ich zunächst online auf der Lauer, doch es sollte ein Besuch in einem der am nächsten gelegenen Elektronikfachmärkte werden, bei dem ich gerade über das Modell stolperte, das ich auserkoren hatte: den Omen Citadel. Glücklicherweise hatte ich den Omen Citadel von HP bereits andernorts schon mal kurz testen können und auch hier war ein Modell aufgebaut, sodass ich nochmals ausführlich testen konnte. Ja, ich schlug prompt zu und bislang bereue ich meine Entscheidung nicht.

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Seit der neue Bürostuhl bei mir eingezogen ist, sitze ich viel aufrechter und entspannter und kann auf das ergonomisches Sitzkissen verzichten. Hinzu kommt, dass sowohl meine Rückenschmerzen als auch sonstige Bürobeschwerden weitestgehend verschwunden sind. Eine ausführliche Vorstellung meines neuen Bürostuhl findet ihr in den kommenden Wochen ebenfalls auf diesem Blog. An dieser Stelle möchte ich allerdings schon mal sagen, dass sich die Anschaffung eines ordentlichen Bürostuhl bezahlt macht. Sollten euch bereits zu Beginn eurer Selbständigkeit die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, nehmt das Geld unbedingt in die Hand und investiert in einen ordentlichen Bürostuhl. Das ist sogar noch wichtiger als ein ordentlicher Schreibtisch. Es handelt sich wahrlich um eine Investition in eure Zukunft. Ich hätte mir viele Jahre Schmerzen erspart, hätte ich das Geld gleich in die Hand genommen.

Und noch ein Tipp: Schaut unbedingt zu, dass ihr zur Probe sitzen könnt, sollte dies möglich sein. Gamer-Sessel, wie mein neuer Untersatz, werden immer häufiger in Elektronikfachmärkten ausgestellt. Für eher herkömmliche Büromöbel eignen sich natürlich Möbelhäuser.

Webcam: Razer Kiyo

Eine Webcam besaß sich bislang lediglich am Notebook, weshalb eine solche schon lange auf meiner Anschaffungsliste stand. In den vergangenen Monaten zeigte sich, wie wichtig es ist, eine gute Webcam zu besitzen, insbesondere dann, wenn Videoinhalte erstellt werden sollen. Da auch ich immer mehr Videoinhalte erstelle und zudem natürlich mit Kunden und Partnern über das Internet kommuniziere, führte für mich kein Weg an der Anschaffung einer Webcam vorbei.

Mir war schnell klar, dass ich weder eines der günstigsten Modelle wählen wollte, noch, dass ich auf ein besonders teures Modell setzen wollte. Am Ende entschied ich mich für die Razer Kiyo, die häufig von Gamern und Streamern genutzt wird. Die Razer Kiyo liegt preislich im (oberen) Mittelfeld und ich konnte sie zu einem guten Angebotspreis ergattern. Neben der verbauten Technik überzeugte mich auch, dass die Kamera bereits über eine eingebaute Beleuchtung verfügt, die sich sogar im Helligkeitsgrad anpassen lässt. Das eingebaute Mikro ist zum Streamen zwar leider weniger geeignet, für Videokonferenzen reicht es allerdings aus. Ein ausführlicheres Review folgt.

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  • HD-VIDEO, 720P, 60 FPS: Dank 720p bei 60 FPS sorgt die Razer Kiyo bei jedem Stream für eine gleichbleibend hohe Bildqualität. Das bedeutet, dass die Zuschauer genau so gefesselt sein werden wie der Streamer und sein Bildmaterial genau so wie er selbst im Spiel sehen.

Wer benötigt eine Kamera? Die Anschaffung einer Kamera kannst du anfangs umgehen, indem du die Notebook-Kamera, das Smartphone oder Tablet nutzt. Mindestens eines davon wirst du mit Sicherheit zu Beginn eurer Karriere haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Videokonferenzen per Smartphone nicht besonders angenehm und somit nur eine Notlösung sind. Auch ein Notebook ist nicht immer die Lösung, insbesondere, wenn ihr hauptsächlich am Desktop-PC sitzt. Eine Webcam für den PC stellt für mich daher eine praktikable Lösung dar. Solltest du nicht vorhaben, Videoinhalte aufzuzeichnen und zu veröffentlichen (oder zu streamen), kannst du allerdings auf eine günstigere Alternative als die Razer Kiyo zurückgreifen. Relativ gute Webcams für Videokonferenzen gibt es bereits ab ca. 30 Euro.

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Mikrofon: Razer Seiren X

Da man bei in Webcams eingebauten Mikrofonen meist Abstriche machen muss, hatte ich mich sehr schnell dafür entschieden, zusätzlich zur Webcam auch sogleich ein Mikrofon zu kaufen. Auch dieses gab es zu diesem Zeitpunkt im Angebot und da war es nur naheliegend, beide Anschaffungen zusammen zu tätigen. Nach ausführlicher Recherche entschied ich mich für das Razer Seiren X. Wie die Webcam liegt auch das Mikrofon preislich im Mittelfeld.

Das Mikrofon stelle ich euch ebenfalls an anderer Stelle noch etwas ausführlicher vor. Vorweg möchte ich allerdings sagen, dass die Aufnahmequalität hervorragend ist und sich in Videos und Podcasts hervorragend macht. Das Mikro war also sein Geld wert und wird in naher Zukunft noch sehr, sehr häufig zur Anwendung kommen.

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Wer benötigt denn ein Mikrofon? Ein Mikrofon gehört nicht unbedingt zur Ausstattung eines Übersetzers. Auch ein Texter und Redakteur muss nicht zwangsläufig über ein Mikrofon verfügen. Da ich in den vergangenen Monaten immer wieder zu Podcasts eingeladen wurde und damit begann, meine eigenen Video-Podcasts aufzuzeichnen, war die Anschaffung für mich naheliegend. Ohne Mikrofon komme ich meinen Zielen in bestimmten Bereichen meiner Tätigkeit jedenfalls nicht näher. Solltest du ausschließlich schreiben und nicht an Podcasts und Videos denken, kannst du dir die Anschaffung eines Mikrofons sparen.

Dragon Naturally Speaking

Diese Investitionen wird sich für mich erst 2022 richtig bezahlt machen. Kurz vor Jahresende entschied ich mich für die Neuanschaffung dieser Diktiersoftware. Schon in der Vergangenheit arbeitete ich mit Dragon Naturally Speaking und war damit sehr zufrieden. Leider funktionierte meine alte Version nicht mehr, nachdem ich auf Windows 10 umgestiegen war. Lange zögerte ich, denn die aktuelle Version ist nicht gerade günstig. Bei einem Betrag von rund 700 Euro kommt man schon ins Grübeln. Insbesondere mit schwäbischen Genen.

Aufgrund der Art meiner Aufträge entschied ich mich allerdings für den Kauf bzw. die Neuanschaffung. Wieso und weshalb? Ich arbeite sehr viel an längeren Texten mit wenigen Formatierungen. Vieles davon entsteht in den üblichen verdächtigen Textverarbeitungsprogrammen oder in Editoren im Browser. Diesen Text hier „schreibe“ ich übrigens gerade mit DNS 15.

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Wer benötigt eine Diktiersoftware? Das ist eine gute Frage, denn am Ende kannst nur du entscheiden, ob du eine Diktiersoftware benötigst. Für Einsteiger würde ich eine Diktiersoftware, sofern nicht zum Beispiel gesundheitliche Gründe dafür sprechen, eher weniger empfehlen. In der Anschaffung ist eine Diktiersoftware recht teuer und das Geld muss erst verdient sein. Hierfür benötigst du ausreichend Aufträge, vor allem Aufträge, bei denen du die Diktiersoftware wiederum effektiv einsetzen kannst. Sei außerdem gewarnt: Das Diktieren muss dir liegen. Manche Menschen können einfach nicht Diktieren, andere können es sich antrainieren. Die Anschaffung einer Diktiersoftware sollte jedenfalls gut überlegt sein.

Kalender/Planer

Hier beherzige ich weiterhin einen Ratschlag aus dem Studium: den Terminplaner führe ich nicht (ausschließlich) digital. So viel ich auch digital arbeiten mag, meine Termine wandern (mit wenigen Ausnahmen) nicht in den PC und selbst wenn sie im PC hinterlegt sind, „speichere“ ich sie im guten alten Papierterminplaner ab. Das gilt übrigens auch fürs Smartphone. Der Grund dafür mag für manch einen paranoid erscheinen, ist aber durchaus logisch: Sollte mal längerfristig der Strom ausfallen, das Internet weg sein oder schlicht und ergreifend der PC oder das entsprechende Tool ausfallen, so kann ich auch weiterhin auf meinen Terminplaner zurückgreifen und im Notfall meine Kunden und Kontakte verständigen, dass ich den Termin nicht halten kann – oder sie einfach wissen lassen, dass ich aktuell nicht arbeiten kann und welche Aufträge betroffen sind.

In der Regel setze ich auf einen handlichen Terminplaner für alle meine Termine. Für das Jahr 2022 habe ich mir zudem einen umfangreichen Planer angeschafft, bei dem jedem Tag eine volle DIN A4-Seite zugestanden wird. Da ich inzwischen sehr viel redaktionell arbeite und blogge und auch Themen plane, benötige ich schlicht und ergreifend mehr Platz pro Tag, um einzutragen, wann an welcher Stelle welcher Beitrag online gehen muss. Auch hinsichtlich der Verwaltung der Social Media tu ich mir dahingehend leichter. Da muss ich aber auch zugeben, dass ich ausnahmsweise kein digitaler Mensch bin. Planungen fallen mir auf dem Blatt tatsächlich leichter.

Wer benötigt einen Terminkalender/Planer? Jeder! Ohne Witz. Wenn du selbständig bist, benötigst du einen Terminkalender. Bist du redaktionell tätig, schadet auch ein umfangreicherer Planer nicht. Ganz ohne Terminkalender geht es ohnehin nicht. Du musst dir schließlich deine Termine und Deadlines eintragen. Und denk darüber nach, ob du diese wirklich alle nur online / digital verwalten möchtest …

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