In Bayern gelten also vorerst Ausgangsbeschränkungen. Darüber mach ich mir im Moment die wenigsten Sorgen. In meinem beruflichen Alltag ändert sich wenig. In der Regel stehe ich um 7:30 Uhr auf, schwing mich in meine ikonische Jogginghose und ein Nerdshirt meiner Wahl (Schlafanzug ist wirklich nicht so mein Ding 😉 ), frühstücke, mach mich soweit “fertig” und dann geht es ab an den PC.

Manche Aufgaben erfülle ich täglich. Gerade bei Kunden, für die ich im Newsbereich aktiv bin, ist dies der Fall. Andere Aufgaben fallen weniger regelmäßig oder nur gelegentlich an. Da kommt geschwind mal eine Urkunde, die es zu übersetzen gilt – mit anschließender Beglaubigung der Übersetzung. Da kommt ein neuer Glossar-Auftrag herbeigeflattert und ich bin für mehrere Stunden mit Terminologiearbeit beschäftigt. Soweit zu meinen Aufgaben. Ich sitze im Homeoffice. Ganz regulär. Gehe meinen Aufgaben nach. Und dennoch mache auch ich mir Sorgen. Sorgen um meinen Job, meine Solo-Selbständigkeit. Sorgen um meine Branche. Sorgen darum, wie es weitergeht. Ob ich auch auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werde?

Niemand weiß, wie es in einem Monat aussieht. Aktuell lässt sich die Situation noch schlechter einschätzen als ohnehin schon. Jeden Tag ändert sich die Informationslage. Galt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes zunächst nur bis Ende März, gilt sie nun bis Ende April. Viele Conventions, die ich in diesem Jahr besucht hätte, wurden bereits abgesagt oder verschoben. Kinostarts fallen aus oder werden ebenfalls vertagt. Dadurch fallen Anzeigen von Werbetreibenden weg. Websites leiden darunter. Ob der Streamingbereich alles auffangen kann, ist schwer zu sagen. Netflix und Co. dürften aktuell auf Hochtouren laufen, wenngleich die Streamingdienste von der EU-Kommission bereits darum gebeten wurden, ihre Bitrate zu drosseln.

Da es IRGENDWIE weitergehen muss, habe ich einen Schlachtplan aufgestellt, mit dem ich versuche, die Krise zu meistern. Dieser besteht grundlegend aus drei Punkten.

  1. Wichtigster Punkt zuerst: Möglichst normal weitermachen! Ich führe ohnehin eine To-do-Liste und werde diese weiterführen und vor allem weiterfüllen. Mit immer neuen Aufgaben, natürlich in Abhängigkeit davon, welche Aufträge reinkommen.
  2. Informieren: Ich bin ohnehin ein Mensch, der sich in vielen Bereichen informiert. Zeit werde ich in den kommenden Tagen also auch viel in Recherche stecken: Wie, wann und wo kann man Mittel beantragen, sollte es nötig sein? Wie entwickelt sich die Lage? etc. Besonders wichtig dabei: Sachlich rangehen, nicht irre machen lassen!
  3. Freie Kapazitäten werde ich nutzen! Habe ich freie Kapazitäten, so werden diese für Arbeiten herangezogen, die ich sonst nur schwer in meinen Tagesablauf integrieren kann.

Wie ich die Krise für mich nutzen werde

Das ist ziemlich “deppert” formuliert und wer mich kennt, weiß, dass ich aus solchen Situationen keinen Profit schlagen möchte. Ich hadere gerade selbst wegen meines in den Startlöchern stehenden Romanes und den damit verbundenen Planungen mit mir. Marketing in Zeiten der Krise? Hmm… Dennoch können wir aus dieser Krise lernen und sie für uns nutzen. Das sollte nicht vergessen werden. Wir lernen, uns besser kennen und können an uns und unserem Unternehmen feilen. Was ich mir vorgenommen habe:

  • Auch hier gilt zunächst: Möglichst normal weitermachen. Ja, es fällt mir schwer, mich in Zeiten der Krise zu vermarkten. Gewissenskonflikte und so. Aber wenn ich sichtbar bleiben möchte, muss ich weitermachen. Sichtbarkeit ist schließlich kein “Hey, Leute! Hier bin ich!”. Sichtbarkeit ist fortwährende Arbeit.
  • Freie Kapazitäten werde ich nutzen. Auch mir sind bereits Aufträge weggebrochen bzw. Auftraggeber haben Kapazitäten oder Kontingente heruntergefahren. Dadurch wird Zeit frei. Kann ich diese nicht mit anderen Aufträgen füllen, werde ich diese Löcher stopfen müssen
    – Meinen CV updaten – und zwar gehörig
    – Meine LinkedIn- und XING-Profile überarbeiten
    – Die Website habe ich erst gründlich überarbeitet, aber auch hier kann ich bestimmt noch das eine oder andere optimieren 😉
    – Zeitfressende Aufgaben auf Beyond the Show in Angriff nehmen
    – Mein Unternehmen auf den Prüfstand stellen, optimieren und weiterentwickeln
    – Last but not least: Fortbildung

Sagt mir, wie ergeht es euch gerade. Habt ihr ähnliche Pläne aufgestellt? Welche Aufgaben stehen bei euch an? Und wie nutzt ihr Kapazitäten, die (hoffentlich nur vorübergehend!) freigeworden sind?