Neues Jahr, neue Vorsätze? Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie zu Schulzeiten jedes Jahr aufs Neue gute Vorsätze abgefragt wurden. Ohne tief in sich zu gehen, brabbelte man etwas herunter, damit der Lehrer zufrieden war. Beinahe wie zur Fastenzeit. „Natürlich verzichte ich auf Süßigkeiten und am Fernseher und am PC sitze ich auch nicht ganz so viel. Stattdessen helfe ich der Mama öfter im Haushalt.“ Ja ja, die lieben Vorsätze.

Ich bin vor Jahren dazu übergegangen, die Vorsätze Vorsätze sein zu lassen. Stattdessen konzentriere ich mich auf meine Projekte und Ziele. To-dos, die ich abhaken kann. Etappe erreicht? Oder gar einen Meilenstein? Sehr schön. Fühlt sich (zumindest für mich persönlich) sogar ein wenig besser an als die besagten Vorsätze, die einem früher oder später dann doch nur ein schlechtes Gewissen bereiten.

Manchmal lassen Projekte aber auch auf sich warten. Manchmal verschieben sie sich wieder und wieder nach hinten. Weil einfach nicht die richtige Zeit ist. So wie dieser Blog.

Mehrmals wollte ich einen Blog starten und habe mich gefragt: Was wollen meine Leser überhaupt wissen? Was soll ich schreiben, was aufbereiten? Die tausendste Belehrung darüber, dass Freelancer nicht von niedrigen Wortpreisen – geschweige denn Dumping – leben können? Irgendwann wird selbst dieses Thema langweilig, auch wenn es nie aufhört, uns Selbständige zu beschäftigen. (Und ich verspreche euch an dieser Stelle nicht, dass ich dieses Thema nie aufgreifen werden.)

Die Zeit war nun reif für dieses Projekt. Die Idee, wie dieser Blog aussehen soll, kam mir völlig unerwartet, als ich gar nicht mehr darüber nachdachte, an dieser Stelle zu bloggen. Vielleicht war gerade das der Auslöser. Mir soll es recht sein. Ich habe meine Stimme für diesen Blog gefunden und freue mich, diesen über das Jahr 2020 hinweg – und hoffentlich weit darüber hinaus – zu betreiben.

Vorerst genieße ich aber noch den Rest meines Urlaubs und freue mich, aus dieser kleinen Auszeit in New York Inspiration für die kommenden Monate gezogen zu haben.