Ich sag es gleich vorweg: Dieses Thema geht mir auf den Keks! Wohin man sieht: nur noch Corona, Corona, Corona. Und ganz viel Unfähigkeit. Deshalb hatte ich gehofft, ich komme zumindest an dieser Stelle darum herum, über Corona zu reden. Fehlanzeige.

In den vergangenen Wochen schlich sich Corona mehr und mehr in mein Leben. Erst wusch ich mir – vor allem auf meinem Trip durch London – noch öfter die Hände. Ich bin ohnehin schon exzessiver Händewascher. Dann musste ich immer häufiger bei meinen Kunden aus dem Reisebereich über Corona schreiben. Die Kinolandschaft wurde von der Startterminverschiebung von James Bond: Keine Zeit zu sterben erschüttert. Und plötzlich erfolgte der befürchtete Dominoeffekt. Inzwischen sind die Monate März, April und Mai im Kino wie leergefegt.

Weiterhin mache ich mir persönlich relativ wenig Sorgen wegen Corona selbst. Das ist _nicht_ gleichzusetzen mit: Ich nehme es nicht ernst. Ich nehme es sehr ernst. Was mir persönlich aber mehr Angst macht, sind weiterhin die Panik und die Hysterie, die Corona mit sich bringt. Die sozialen Netzwerke überschlagen sich bereits vor Klopapier-Witzen. Ich denke, ich muss hier keinen einwerfen. Die Regale mit Nudeln, Reis und Co. sind leergekauft. Statt das Hirn einzuschalten, machen die Leute auf Weltuntergang. DAS ist es, was mir Angst macht.

Das und die Lethargie, mit der sich unsere Politik in Bewegung setzt. Seit dem katastrophalen Ausbruch in China hätte man erahnen müssen, dass Corona irgendwann die Koffer packt und sich auch den Rest der Welt anschauen möchte. Spätestens als die Zahlen in Italien drastisch nach oben schnellten, hätte man reagieren müssen. Stattdessen lässt man die Kids nach dem Skiurlaub in Italien nach den Faschingsferien noch zwei Wochen in die Schule gehen und kommt dann allzu träge auf den Gedanken, dass es vielleicht gar nicht schlecht wäre, die Schulen, Kindergärten und Kitas zu schließen.

Geht es mit den Hilfen für Unternehmen ebenso schleppend weiter, wie es mit den Schulschließungen begonnen hat, dann fürchten sich viele Unternehmer nicht ohne Grund. Die eine oder andere Maßnahme wurde in den vergangenen Tagen angeführt. Doch viele – vor allem Selbständige und kleine Unternehmen – befürchten, dass das nicht genug ist. Corona führt zu ausbleibenden Einnahmen, während Miete, Steuern, Sozialabgaben und Co. weitergezahlt werden müssen – und das nicht zu knapp. Nicht grundlos können viele keine Rücklagen bilden, die ihnen in einem solchen Fall über ein paar Wochen oder Monate hinweg den Rücken freihalten, bis sich alles wieder normalisiert hat.

Wie dramatisch die Situation ist, machen zahlreiche Petitionen deutlich. Unternehmer schreiben in den sozialen Netzwerken, dass sie praktisch dicht machen können, sollte die Politik nicht schnell handeln. Auch von ersten Kündigungen erfährt man bereits. Die Lage ist bedrohlich. Auch meine Zunft ist betroffen. Wie viele Kollegen habe ich Angst um meine Existenz. Es bleibt nur ein klein wenig Hoffnung: Vielleicht treffen die Bitten der Unternehmer, seien sie noch so klein oder groß, ja schneller auf Gehör als die Bitte nach den Schulschließungen.