Wer im Home Office arbeitet, sollte die Bedeutung eines guten Bürostuhls nicht unterschätzen. Ich habe mir vor kurzem mit dem Omen Citadel einen neuen Bürostuhl zugelegt. Wie ich bislang damit zurechtkomme und weshalb der Stuhl sein Geld wert ist, verrate ich dir in diesem Artikel.

In den vergangenen Monaten siedelten viele Menschen freiwillig oder gezwungenermaßen ins Home Office über. Was in einer Pandemie durchaus Sinn ergeben mag und zunächst auch ganz gemütlich klingt, entpuppte sich für viele schnell als Albtraum. Plötzlich mussten sie gegen allerhand Ablenkungen ankämpfen: die Kinder im Home Schooling, die Internetverbindung, die nicht ganz so stabil ist, wie man es sich von einem Land wie Deutschland wünschen würde, die Waschmaschine, in der die Wäsche während der Arbeit ganz gemütlich, aber laut polternd ihre Runden dreht. Als wäre all das noch nicht Herausforderung genug, hörte ich von vielen Seiten, dass Plötzlich-Home-Office-Menschen noch mit völlig anderen Problemen konfrontiert waren.

Der perfekte Arbeitsplatz im Home Office

Lange bevor die Corona-Pandemie unser Leben veränderte, fasste ich mir so manches Mal an den Kopf, wenn ich Artikel las, die sich mit der Arbeit von Zuhause beschäftigten. Nicht falsch verstehen: Es gibt sehr gute Artikel zu diesem Thema mit sehr guten und wichtigen Ansätzen und Tipps. Leider gibt es auch allerhand Mist. Dazu zählen für mich auch Artikel, die lediglich Tipps geben, wie man sich zuhause eine stylische Arbeitsecke oder ein gemütliches Büro einrichtet. Natürlich gehört Style irgendwo dazu. Ein Arbeitsplatz zuhause muss aber vor allem eines sein: praxistauglich. Viele Einrichtungsratgeber legen leider zu wenig Wert auf Praxistauglichkeit.

Da liest man von cleveren Tipps für die Arbeit vom Küchentisch oder – ganz modern – von den schicken kleinen Arbeitsnischen mit Minischreibtisch, der am besten noch ins Regal eingebettet ist und maximal Platz für ein 15-Zoll-Notebook zulässt, das sich dann aber auch nur mit Touchpad bedienen lässt, weil sich die Maus aufgrund mangelnden Platzes von der Arbeitsfläche gestürzt und am eigenen Kabel erhängt hat.

Klar, solche platzsparenden Arbeitsnischen sehen manchmal schon ganz nett aus und wer abends nur kurz am PC oder Notebook sitzt, um ein paar Mails zu beantworten oder sich einem Mini-Job nach dem Brotjob zu verschreiben, mag damit auskommen. Wer seinen Brotjob allerdings von zuhause aus erledigt und stundenlang vor dem PC sitzt, wird mit einer solchen gemütlichen „Ich mach mich schnell mal nebenbei selbständig“-Ecke langfristig nicht glücklich. Und irgendwann wird dich das auch dein Körper spüren lassen.

Nicht nur die Arbeitsfläche, sprich der (Schreib-) Tisch spielt hier eine große Rolle. Auch der Untersatz ist unglaublich wichtig und sollte in deine Überlegungen zu deinem heimischen Arbeitsplatz einfließen. Dein Rücken wird es dir danken!

Bürostuhl Home Office - Omen Citadel

Bürostuhl für Zuhause – auf Ergonomie achten

Wie an den Arbeitsplatz selbst hat jeder an den Bürostuhl andere Ansprüche. Aus meiner Erfahrung und ausgehend von Gesprächen, die ich mit anderen Selbständigen (und Plötzlich-Home-Office-Kämpfern) führte, die von Zuhause aus arbeiten, kann ich nur sagen, dass die Arbeit von der Küchenbank oder dem Klappstuhl aus nicht lange gut geht. Diese Stühle sind nicht für langes Sitzen bzw. die Arbeit im Sitzen gedacht und das wirst du nach wenigen Tagen, spätestens nach wenigen Wochen bemerken.

Von Anfang an setzte ich daher auf Bürostühle, wenngleich die in meiner Anfangszeit recht günstig waren – und entsprechend hoch der Verschleiß. Einem Modell brach schlichtweg irgendwann ein Rad ab. Der Vorgänger meines Omen Citadel war innerhalb kürzester Zeit völlig am Ende. Das Sitzpolster war nahezu nicht mehr vorhanden, der Bezug durchgewetzt. Kurz nach der Anschaffung litt ich an einem Mausarm. Häufig kämpfte ich mit Rücken- und Nackenschmerzen, die sich bis ins Kiefer zogen. Meine Schultern und Arme waren ohnehin im Eimer.

Die Anschaffung einer ergonomischen Maus half mir zwar weiter, meine Rückenschmerzen konnte das Mäuslein aber nicht bekämpfen. Mir wurde klar: Der Bürostuhl muss weg, ein anderer her.

Da ich mit Günstigmodellen um ca. 100 Euro ausgiebig schlechte Erfahrungen gemacht hatte, sollte es dieses Mal ein teureres Modell werden. Ich schaute mich in der Preiskategorie 250 – 350 Euro um und landete sehr schnell im Gaming-Sektor. Wieso im Gaming-Bereich?

Ich arbeite inzwischen immer häufiger im Bereich Gaming und setze mich entsprechend mit den Angeboten auseinander, die sich speziell an Gamer richten. Dazu zählten in der Vergangenheit auch Bürostühle bzw. Gamer-Sessel. Auffällig hierbei ist, wie sehr auf Ergonomie geachtet wird. Klar, Gamer wollen in ihrer Freizeit stundenlang vor dem PC oder der Konsole sitzen, sich aber natürlich ebenso wenig den Rücken kaputt machen wie der Workoholic. Besonders interessierten mich Modelle, mit Lenden- und Nackenkissen und eine Auswahl war getroffen.

Neuer Bürostuhl: der Omen Citadel von HP

Schnell stand eine Auswahl von Bürostühlen fest und lange dachte ich, dass es ein DXRacer werden würde. Die DXRacer-Stühle der verschiedenen Generationen boten allesamt Features, die mich ansprachen, auch wenn ich noch etwas unschlüssig war, ob es ein Stuhl mit Stoff- oder Kunstlederbezug werden sollte. Beides hat Vor- und Nachteile.

Ebenfalls in der näheren Auswahl befand sich der Omen Citadel von HP. Eigentlich wollte ich nach dem jüngsten Ärger mit meinem HP-Drucker so schnell nichts mehr von HP kaufen, aber es ist dann doch ein gewaltiger Unterschied, ob es sich um einen Drucker oder einen Bürostuhl handelt. Zudem konnte ich den Omen Citadel vor geraumer Zeit bereits in einem Geschäft Probe sitzen und mein Allerwertester hatte sich sofort in ihn verliebt. Was will man machen …?

Dennoch dachte ich weiterhin, dass es eher einer der anderen Bürostühle werden sollte, die ich in die Auswahl gelegt hatte. Wie ich am Ende doch zum Omen Citadel kam? Noch bevor ich gemeinsam mit meiner Schwester den Laden betrat, in dem ich mich einfach nochmal umsehen wollte, sagte ich: „Wenn die den Omen haben und der X Euro kostet, nehm ich ihn gleich mit.“

Prompt hatte ich den neuen Bürostuhl im Gepäck bzw. im Kofferraum und wenige Tage später konnte ich ihn auch schon aufbauen. So schnell kann’s gehen.

Bürostuhl Home Office - Omen Citadel

Omen Citadel: Erster Eindruck

Der Omen Citadel verspricht eine bequeme und vor allem dick gepolsterte Sitzfläche. Die Sitzfläche ist außerdem recht breit und robust, was für Racing-Stühle eher selten, bei massiven Stampfern wie den meinen aber durchaus angebracht ist. Der Stuhl verfügt über eine Wippfunktion und höhen- und nach innen und außen verstellbare Armlehnen. Darüber hinaus bietet er Lenden- und Nackenpolster. Das Nackenpolster hat die typische Kissenform, ist prall gefüllt und fühlt sich angenehm an. Das Lendenpolster weicht von der typischen Kissenform ab. Es ist vergleichsweise flach. Dafür bietet es mehr Auflagefläche.

Der Stuhl macht insgesamt einen robusten Eindruck und das bestätigte sich auch nochmal, als ich die einzelnen Teile aus der Verpackung nahm. Selbst die Verpackung ist entsprechend massiv – sie muss das Gewicht ja auch halten. Zum Zerlegen braucht es da schon ein richtig gutes Teppichmesser – oder eine kleine Säge …

Den Bürostuhl allein aufzubauen, ist unmöglich. Die Teile sind schwer und unhandlich, ergeben aber ein stimmiges Bild, sobald sie zusammengefügt sind. Betrachtet man die Unterseite des Omen Citadel wird schnell deutlich, dass man es hier nicht mit dem üblichen Supermarkt-Bürostuhl zu tun hat. Die Sitzfläche ist gut gepolstert und mit Gurten versehen. Ebenso auffällig sind die großen Rollen, die aus relativ weichem Material bestehen, womit ein nahezu geräuschloses Dahingleiten über den Boden möglich ist. Obwohl dadurch zunächst der Eindruck entsteht, dass der Stuhl am Boden „kleben“ bleiben könnte, sind die Rollen leichtgängig. Sie verfügen aber auch über ausreichend Haftung, damit man nicht bei jeder kleinen Bewegung vom Fleck rollt.

Auffällig ist auch, wie hochwertig der Stuhl verarbeitet ist. Die Nähte, die Kanten, alles an dem Stuhl wirkt richtig hochwertig und massiv. Die Zeit wird zeigen, ob der richtige Eindruck vermittelt wird oder alles doch nur Fake ist.

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Die ersten Wochen mit dem Omen Citadel

Der gute erste Eindruck des Omen bestätigt sich nun auch mehrere Wochen im Einsatz. Nie zuvor hat es mir tatsächlich Spaß gemacht, vor dem PC zu sitzen – und damit meine ich nicht den PC oder die Arbeit, sondern schlichtweg das Gefühl des Sitzens. Gerade die Lenden- und Nackenpolster erfüllen ihren Zweck und das Sitzen ist ein völlig anderes. Erstmals seit langem nutze ich kein ergonomisches Sitzkissen mehr – und das seit ich den Stuhl habe.

Die letzten Versuche, die ich unternommen hatte, ohne ergonomisches Sitzkissen auszukommen, hatten mit Rücken- und Nackenschmerzen geendet – und das nach lediglich 1-2 Tagen ohne Sitzkissen. Seit ich den Omen Citadel im Einsatz habe, habe ich keine Rücken- oder Nackenschmerzen mehr. Auch meinen Schultern geht es viel besser. Klar, verspannt bin ich weiterhin. Der Bürostuhl ist kein Wunderwerkzeug, aber wisst ihr, seit wie vielen Jahren ich bis dahin nahezu täglich mit Schmerzen vor dem PC saß? Sehr, sehr viele Jahre – und ich bin Mitte 30 …

Was ich persönlich auch noch angenehm finde, ist die hohe Sitzlehne. Da ich mit dem Rücken zu einer offenen Tür / einem Türrahmen ohne Tür sitze, nimmt die hohe Sitzlehne ein wenig das ungute Gefühl, das du vielleicht auch aus Augenblicken kennst, in denen du mit dem Rücken zum Fenster oder einer Tür sitzt.

Die Oberfläche des Omen Citadel ist schwarzes Kunstleder. Es fühlt sich dick und hochwertig an, zugleich aber auch angenehm. Die Oberfläche ist leicht texturiert, sodass man nicht vom Stuhl rutscht. Man muss aber auch anmerken, dass das Geschmackssache ist. Andere sitzen viel lieber auf einem Stoffbezug, was gerade im Sommer Vorteile hat, wenn man schwitzt und/oder kurze Hosen trägt.

Omen Citdel: Pro und Contra

Der Omen Citadel stellt sich für mich als wahrer Glücksgriff heraus und ich könnte kaum zufriedener sein. Doch man sollte sich bei der Anschaffung des Stuhls einiger Dinge bewusst sein.

+ Pro

  • Dickes Sitzpolster und breite Sitzfläche – gerade für robustere Personen ideal
  • Höhen- und nach innen und außen verstellbare Armlehnen
  • Wippfunktion
  • Hochwertige Verarbeitung (Nähte, Kanten, Einzelteile, …)
  • Angenehmes Lenden- und Nackenpolster, beides auch separat abnehmbar

+/- Neutral

  • Sitzbezug aus Kunstleder – das ist wirklich Geschmackssache
  • Gibt es nur in der Farbkombi Schwarz/Rot

– Contra

  • Der Stuhl ist ziemlich groß und wuchtig. Wer im Zimmer wenig Platz hat, bekommt Probleme.
  • Der Omen Citadel ist nichts für kleine Personen. Ich bin ca. 1,65 m und ich dürfte keine zwei Zentimeter kleiner sein, andernfalls käme ich mit den Füßen nicht mehr vollständig auf den Boden.
  • Preislich ist der Omen Citadel im oberen Mittel angesiedelt und somit vielleicht gerade für Einsteiger doch etwas zu happig.

 

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